Mit der Ausstellung "Mitten in Europa - Konzentrationslager Majdanek" hat es sich das Stadtmuseum Münster zur Aufgabe gemacht, ein wichtiges Thema der jüngsten deutsch-polnischen Geschichte aufzugreifen, um daraus ein künstlerisches Fotoprojekt entstehen zu lassen. Grundlage der Ausstellung ist die fotografische Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek, das sich in Lublin, der polnischen Partnerstadt von Münster, befindet. Mit dieser Präsentation sollen die Besucherinnen und Besucher zur Auseinandersetzung mit dem Thema der massenhaften Vernichtung von Menschen während der Okkupation Polens im Zweiten Weltkrieg durch die Deutschen angeregt werden. Dies wird nicht mit Mitteln einer historischen Ausstellung, sondern mit einer künstlerischen Umsetzung versucht. Doch ohne das Wissen um die Vorgänge in den Vernichtungslagern erscheinen die Orte des Grauens heute als simple Reihen von Holzbaracken, und die Gaskammern wirken wie schlichte Betonräume. Erst das Wissen um das Potential der Grausamkeit, zu dem die Menschen in der Vergangenheit fähig waren, aber in Zukunft auch immer wieder fähig sein können, kann den Betrachter dazu anregen, nach seinem eigenen Standpunkt zu fragen. Deshalb werden in einem Vorraum der Ausstellung wesentliche historische Zusammenhänge geschildert. Der Katalog, der auch ein selbständiger Bildband ist, vermittelt darüber hinaus auch die Geschichte des Lagers und der Gedenkstätte Majdanek. Die Farbfotografien von Tomasz Samek und einige historische Aufnahmen werden in einer Größe von 120 x 150 cm gezeigt. Während die Aufnahmen der Lagerlandschaft das volle Format einnehmen, werden die Fotos von Gegenständen wie z.B. Peitschen, Haar oder Archivalien 1:1 wiedergegeben. Unter Beibehaltung des großen Formats erscheinen diese Gegenstände in ihrer natürlichen Größe von einer großen weißen Leerfläche eingefasst. Die Aufnahmen von Tomasz Samek sind einfühlsame Belege der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Konzentrationslager Majdanek.