Konzentrationslager Majdanek

Juli 1941: Beschluss Himmlers, in der besetzten polnischen Stadt Lublin ein Konzentrationslager zu errichten (nach dem benachbarten Stadtteil auch Majdanek genannt). Die geplante Kapazität von 25000–50000 Häftlingen soll als Arbeitskräftereservoir für den neuen SS-Stützpunkt Lublin dienen. Letztendlich lag die Zahl der Gefangenen im Durchschnitt zwischen 10000 und 15000. Bei den ersten Häftlingen handelt es sich um Kriegsgefangene und straffällig gewordene polnische Staatsbürger.

Ab April 1942: Ankunft der ersten größeren Transporte mit Juden. Insgesamt werden etwa 90000 Juden vor allem aus Polen, der Slowakei, Tschechien, Deutschland und Österreich interniert, von denen in der folgenden Zeit etwa 80000 durch Hunger, Krankheiten, Erschießungen und Vergasungen sterben. (Die Gaskammern waren etwa von Herbst 1942 bis Herbst 1943 in Betrieb.)

Ab Anfang 1943: Majdanek dient auch als KZ für politische Häftlinge aus Polen.

3. November 1943: Größte Exekution in der Geschichte aller NS-Konzentrationslager: Erschießung von etwa 18000 Juden in Majdanek.

23. Juli 1944: Befreiung des Lagers durch die sowjetische Armee. Nur 1500 Häftlinge haben die Befreiung miterlebt, da die SS bereits im Frühjahr 1944 mit der Evakuierung der Gefan-genen in andere Lager begonnen hatte. Weder die Gesamtzahl der Häftlinge noch die Opferzahl lässt sich genau feststellen.

1975–1981: In Düsseldorf findet der so genannte Majdanek-Prozess gegen ehemalige Angehörige der SS-Lagermannschaft des KZ Majdanek statt. Dadurch gelangt Majdanek erstmals in das allgemeine Bewusstsein der Deutschen.